Unesco Welterbe: Insel Reichenau

Allgemeines Infos und Fakts

Wenn Sie nicht mit dem Schiff anreisen wollen, erreichen Sie die Insel Reichenau vom Festland aus über den Damm. Die 4,5 Kilometer lange Insel, die Größte am Bodensee, zeichnet sich durch ihre Geschichte als Kloster- und Pflanzeninsel aus. Felder und Gewächshäuser, Kirchen und einzelne Wohnhäuser prägen die Reichenau, die mit ihren fruchtbaren Böden und produktiven Fischgründen treffend „Reiche Au“ genannt wird.

Gut erhaltene Kirchen bieten markante Beispiele klösterlicher Baukunst des 9. bis 11. Jahrhunderts, die sorgfältig restaurierten Wandmalereien zeigen die Reichenau als künstlerisches Zentrum von großer Bedeutung für die Geschichte der europäischen Kunst im 10. und 11. Jahrhundert. Denn die Wirtschaftsstruktur prägte die klösterliche Zeit nachhaltig und ist heute noch sichtbar.

Die Einzigartigkeit der Klosterinsel Reichenau besteht darin, dass sie ihre tausendjährige Geschichte in ihrer traditionellen Form nördlich der Alpen abbildet und religiöse und landwirtschaftliche Traditionen bis heute lebendig gehalten werden.

UNESCO Welterbe

1972 verabschiedete die UNESCO die „Internationale Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“. Seitdem sind der Konvention mehr als 180 Länder beigetreten. Es ist das wichtigste internationale Instrument, das die internationale Gemeinschaft jemals zum Schutz ihres Kultur- und Naturerbes durch die gesamte Menschheit angenommen hat. Mit der Unterzeichnung verpflichtet sich jedes Land, innerhalb seiner Landesgrenzen gelegene Welterbestätten zu schützen und für zukünftige Generationen zu erhalten. Seit dem Jahr 2000 ist die Insel Reichenau auch auf der Liste der Unesco zu finden.

Die Stiftung Welterbe setzt sich für den Erhalt des UNESCO-Welterbes der Insel Reichenau ein.

Bewegte Geschichte der Insel

Die Wiedergeburt der Reichenau begann im Jahr 724, als der Wanderbischof Pirmin auf der damals unbewohnten Insel ein Kloster gründete, wovon eine Statue auf dem Damm zeugt. Vom 8. bis 11. Jahrhundert entwickelte sich Reichenau als geistiges Zentrum des Abendlandes. Am Ende des Mittelalters verarmte das Kloster und es folgte ein rapider Niedergang. Die drei wichtigsten Kirchen sind jedoch erhalten geblieben. 1757 wurden die verbliebenen Mönche auf andere Klöster verteilt und das Kloster aufgelöst. Heute ist die Cella S. Benoît in der Kanonischen von Saint-Pierre und Paul der Pfarrgemeinschaften auf der Reichenau.

Die Kirchen und Kloster

Saint-Georges in Oberzell: Die Kirche taucht kurz nach dem Damm inmitten der Gemüsefelder auf. Im 9. Jahrhundert erbaut, ist es in Teilen fast unverändert geblieben. Die um das Jahr 1000 entstandenen Fresken im Inneren sind von weltweiter Bedeutung. Dies ist das einzige Kirchengemälde nördlich der Alpen aus dieser Zeit, das Szenen aus dem Leben Jesu darstellt.
Der Besuch ist aus Gründen des Denkmalschutzes beschränkt. Alle Informationen, auch zu anderen Kirchen, gibt es hier: www.kath-reichenau.de

Sainte-Marie et Marc à Mittelzell: Diese Kathedrale befindet sich in der Inselhauptstadt und wurde 724 erstmals eine Kirche dort.Die ältesten erhaltenen Elemente der romanischen Basilika mit drei Schiffen stammen aus dem Jahr 816, als sie bis ins 15. Jahrhundert angebaut wurden, wie der Westbau mit gotischem Chor sowie Umbauten. . . . Auch der Kräutergarten ist einen Besuch wert.

St. Peter und Paul in Niederzell: Basilika mit zwei Türmen und drei Schiffen auf Pfeilern aus dem 11. und 12. Jahrhundert.

Vor 100 Jahren gefundene spätromanische Wandmalereien (Apsis vom Ende des 11. Jh.) rahmen die Rokokomöbel mit ihren Stuckarbeiten aus dem 18. Jh. Die Benediktinermönche halten in einer kleinen Kapelle das Stundengebet. Besucher können mehrmals täglich mit ihnen beten; Sie sind die ersten Mönche, die seit mehr als 200 Jahren dauerhaft auf der Insel in einem kleinen neuen Kloster leben.

Kräutergarten: Hinter den alten Mauern des Klosters befindet sich der beeindruckende Kräutergarten. 1991 wurde es nach historischem Vorbild wieder aufgebaut. Viele Heil- und Küchenkräuter sowie Zierpflanzen wurden nach den Erkenntnissen des Reichenauer Abtes Walahfrid Strabo angepflanzt. Mitten im Jahr werden interessante Führungen durch das Juwel angeboten.

Burgruine Schöpfeln: Die Ruine der mittelalterlichen Burg befindet sich am östlichen Ende der Insel. Die ersten Burganlagen mit Wassergräben stammen aus dem 19. Jahrhundert. Die einst von den Äbten erbaute und im Konstanzer Fischereikrieg 1366 zerstörte Burg dient heute als Aussichtsplattform des Naturschutzbundes NABU.

Obst- und Gemüseanbau

Der Gartenbau ist hier seit Jahrhunderten verankert: 724 n. Chr. gründete der Wanderbischof Pirmin auf der Bodenseeinsel ein Benediktinerkloster. Zwischen 830 und 840 schuf der Reichenauer Abt Walahfrid Strabo
das Lehrgedicht „De cultura hortorum“, in dem der Kräutergarten des Klosters ausführlich beschrieben wird. Dieser gilt als Ursprung des Gemüseanbaus auf der Insel Reichenau.

Familienbetriebe bilden traditionell die Basis des Gemüseanbaus auf der Insel und auf dem zur Gemeinde
gehörenden Festland. Zu Marketingzwecken haben sie eine eigene Genossenschaft, Reichenau Gemüse eG, organisiert.
Insgesamt werden ca. 98 Hektar Freiland und 44 Hektar Gewächshäuser bewirtschaftet, aus denen ein Jahresertrag von ca. 14.000 Tonnen Gemüse erwirtschaftet wird.

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